Brunnenbachsmühle
Südharzeisenbahn
Brunnenbachsmühle
Dass die Südharzeisenbahn für mich im Modellbau ein heißes Thema ist, steht außer Frage, allerdings ist schon merkwürdig, dass insgesamt zwei Stationsgebäude dem Feuer zum Opfer fielen. Dazu zählt neben der Haltestelle Stöberhai auch das im Jahr 1900 errichtete Bahnhofsgebäude Brunnenbachsmühle, das nach nur einem Jahr komplett abbrannte und 1901 neu aufgebaut wurde. Einige Jahre später (1913) wurde der Bahnhof mit einer geschlossenen Veranda erweitert, die auch beheizt war.
Entgegen Wieda, Wiedaerhütte, Stöberhai und Kaiserweg, die amtlich allesamt nur als Haltepunkte bezeichnet wurden, kommt die amtliche Bezeichnung Bahnhof Brunnenbachsmühle nicht von ungefähr. Von dem dreigleisigen Bahnhof zweigte nämlich die Strecke nach Tanne in südlicher Richtung ab und verlief zunächst etwa 400 Meter lang parallel zur SHE-Strecke bis zur Trennung (siehe dazu Bild 7, Seite 65, Mittelpuffer Special 1/2005). Beide Strecken waren zur Einfahrt in den Bahnhof Brunnenbachsmühle durch einflügelige Einfahrsignale gesichert, die in einer Entfernung von 400 Meter (Km 19,8) aufgestellt waren (Plan folgt). Der Bahnhof Brunnenbachsmühle ist bahntechnisch gesehen also ein Trennungsbahnhof. Nach dem Krieg entfiel durch die „Grenze“ unwiederbringlich der Streckenteil nach Sorge/Tanne. Heute wird der ehemalige Bahnhof vom Nationalpark als Jugendbildungsstätte genutzt.
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Die Ansichtskarte zeigt die ausgedehnten Gleisanlagen in Brunnenbachsmühle,
wo gerade ein Zug Brunnenbachsmühle mit Ziel Haltepunkt Kaiserweg verlässt.
Das Bahnhofsgebäude besitzt noch keine geschlossene Veranda.
Schon bemerkt? Der Titel auf der alten Ansichtskarte ist falsch angegeben. Es muss heißen Brunnenbachsmühle!
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Auf dieser Ansichtskarte verlässt soeben ein Zug in Richtung Braunlage
und mittlerweile ist auch die beheizbare Veranda angebaut.
1. Januar 2021
Zurzeit bearbeite ich alle Kopien von den Originalplänen, die mir ein Freund zur Verfügung gestellt hat, um die Zeichnungen vom Bahnhof Brunnenbachsmühle angehen zu können.
8. März 2026
Lange ist es her, dass ich über meine Zeichenarbeiten vom Bahnhof Brunnenbachsmühle berichtet habe. Gestern und heute konnte ich wieder einmal weitermachen und habe dabei festgestellt, dass die allerersten Arbeiten fast umsonst waren, weil die Maße nicht stimmten.
Die letzten beiden Tage habe ich noch einmal die Originalzeichnungen gezogen und alles revidiert. Mir ist völlig schleierhaft, was ich damals an Maßen abgegriffen und umgerechnet hatte. Jedenfalls stimmt nun alles und kann als nächstes mit den scheitrechten Bögen über den Fenstern und Türen beginnen. Damit wären die aufwendigsten Arbeiten abgeschlossen, das Obergeschoss ist ja ziemlich einfach gehalten, was ein zügiges Arbeiten ermöglicht.
Auch konnte ich mithilfe von alten Ansichtskarten und Fotos noch so manche Überraschung im Detail entdecken, die in den Zeichnungen einfliessen werden. Von meiner Wochenendarbeit zeige ich einmal eine Vorabzeichnung.
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Morgen folgen dann die scheitrechten Bögen, die in der Vorabzeichnung als Kreise dargestellt sind. Insgesamt erfordert das maßhaltige Anlegen des Mauerwerks eine hohe Konzentration, kann aber ruhigen Gewissens sagen, das alles auf den Millimeter genau stimmt. Besonders tricky war das Berechnen der Bögen, sodass sich diese dem Vorbild entsprechend genau da befinden wie das Original.
Rekonstruktionen, Illustrationen, Zeichnungen, Fotos, Modellbau: Horst Wilhelm Bauer
© Horst Wilhelm Bauer • Alle Rechte vorbehalten
Alle Ansichtskarten: Sammlung Horst Wilhelm Bauer
© Horst Wilhelm Bauer • Alle Rechte vorbehalten
Alle Ansichtskarten: Sammlung Horst Wilhelm Bauer
Stand: 8. März 2026


